Probleme mit unterschiedlich großen Bildern bei Stärkenunterschieden zwischen beiden Augen

Sonja S.:*
Hallo Optiker-Team,

ich trage seit meiner Jugendzeit eine Brille.
Im April 2001 wurde ich im Alter von 41 Jahren an einer Katarakt (Auge links) operiert. Mir wurde eine Monofokallinse implantiert, die sich jedoch nicht mehr
auf die Nähe einstellt. Ich bin auf diesem Auge nun weitsichtig, das rechte dagegen ist kurzsichtig. Die Werte betragen für links: sph. +1,25 zyl. -1,75, für rechts: sph. -2,75 zyl. -2,25. Die Werte beziehen sich auf die Fernbrille. Die Weitsichtigkeit links wird durch das jetzige Einstärkenglas nicht ausreichend korrigiert. Dies führt zu Problemen, insbesondere bei meiner Arbeit als Sekretärin (PC-Tätigkeit). Darüber hinaus sehe ich links ein vergrößertes Bild, rechts eher ein verkleinertes, das
ich als störend empfinde. Manchmal kommt es zu Beschwerden wie z. B. Schwindel sowie Gangunsicherheit. Würde das Tragen eines hochwertigen Gleitsichtglas die
genannten Probleme minimieren oder sind Kontaktlinsen sinnvoller? Zu letzterem muß ich anfügen, daß ich an trockenen Augen leide. Außerdem hat sich vor 2 Jahren die Myopie auf dem rechten Auge innerhalb kurzer Zeit von -4,0 auf -5,0 verschlechtert, was mir Sorgen macht. Ist dies evtl. auf die tägliche PC-Arbeit zurückzuführen?

Mit freundlichen Grüßen


OPTIKER ONLINE:
Sehr geehrte Frau S.!*

Prinzipiell wären Kontaktlinsen gut geeignet um die Bildgrößenunterschiede zu kompensieren. Aufgrund des Astigmatismus wird die Anpassung von bifokalen
Kontaktlinsen jedoch aufwendig sein - allzumal Computerarbeit zu Trockenheitserscheinungen der Augen führt und Sie ohnehin bereits jetzt über trockene Augen klagen.

Eine Gleitsichtbrille ist für die Computerarbeit nur bedingt geeignet.

Wir empfehlen Ihnen primär die Anfertigung einer Bildschirmarbeitsplatzbrille (z.B. oben Mitteldistanz, unten Nahdistanz) durch einen Fachoptiker Spezialisten um
vor allem Ihren Beruf in den Griff zu bekommen. In Österreich ist unter gewissen Voraussetzungen der Arbeitgeber zur Zahlung einer solchen Brille verpflichtet.
Einen ausführlichen Artikel finden Sie unter www.optiker.at/infos/info012.htm.

Eine Gleitsichtbrille ist für den Alltag gut denkbar. Ein Fachoptiker kann mit hochwertigen Gleitsichtbrillen die Eigenverkleinerung bzw. Eigenvergrößerung sogar
reduzieren. Grund dafür ist die individuelle Berechnung und Anordnung der Progressionszone am Gleitsichtglas.

Zum Thema Kontaktlinsen: ich würde parallel zu den Brillenlösungen mit Ihrem Kontaktlinsenoptiker nach den für Sie geeignetsten Kontaktlinsen suchen. Eventuell
nur Fernlinsen mit einer Spezialgeometrie für den Astigmatismus. Die Österreichischen Sozialversicherungen übernehmen im Regelfall ab 3dpt Unterschied beider
Augen einen Teil der Kosten. Im Zuge einer guten Verträglichkeit der Kontaktlinsen würde ich mir dann in Folge eine Arbeitsbrille über die Linsen anpassen lassen.
So sind die unterschiedlich großen Bilder im Griff - die Arbeitsbrille ist meiner Meinung akzeptabel.

Wie gesagt, empfehle ich eine doppelte Vorgangsweise. Sie sollten sich augrund Ihrer Brillenwerte nicht zwischen Brille ODER Kontaktlinsen entscheiden.

*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt


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