Bringen Rasterbrillen eine Verbesserung der Kurzsichtigkeit?

Rayk M.:*
Hallo,
ich habe vor kurzem was über Rasterbrillen im Internet gelesen. Dort findet man jedoch recht widersprüchliche Meinungen darüber. Können Sie mir sagen,
ob diese Brillen etwas bringen? Kann man damit wirklich seine Kurzsichtigkeit verbessern? Ich bin 28 Jahre alt und habe -1,75 -2,00. Welche Vor- und Nachteile haben solche Brillen?

Danke im Voraus


OPTIKER ONLINE:
Sehr geehrter Herr M.!*

Rasterbrillen, also Brillen mit schwarzen Gläsern und vielen kleinen Löchern, tauchen regelmäßig als Wunderbrillen in der Werbung auf.

Hersteller von Rasterbrillen versprechen, dass durch das Sehtrainingsprogrammen Wirkungen, wie u.a. Stimulierung der Augenmuskeln oder eine Entspannung der Augenlinse eintreten solle. Verbesserungen der Sehkraft ließen sich angeblich schon nach weniger Zeit erreichen.

Analysiert man die Begründung der erwarteten Wirksamkeit, dann wird klar, daß die Hersteller aus optischen Phänomene falsche Folgerungen gezogen haben. So handelt es sich bei der Rasterbrille um die Wirkung einer "stenopäischen Lücke". Die kleinen Löcher wirken beim Tragen der Rasterbrille wie eine sehr enge Blende. Dies führt (nur während dem Tragen) zu einer Verkleinerung der Zerstreuungskreise auf der Netzhaut. Dadurch erhöht sich die Schärfentiefe, die mit einer subjektiven Sehverbesserung einher geht. Leider erkauft man sich die bessere Schärfentiefe mit einer Veringerung an Leuchtdichte. Die Helligkeit des betrachteten Objektes geht verloren. In der Fotografie ist dieser Effekt von der Kamerablende gut bekannt.

Als Fachoptiker kann ich nur von der Verwendung einer solchen Brille abraten, da eine Veränderung der Kurzsichtigkeit mit dem Vorsetzen vieler kleiner Blenden nicht möglich ist.

*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt


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